Schermaschinen Ratgeber: 8 Fakten und 1 Geheimnis

Von Julius Meyer zu Erpen  •   5 Minuten gelesen

Heiniger XPLORER Akku Schermaschine für Pferde

Eine gute Schermaschine kostet schnell mehrere hundert Euro. Damit sie lange hält und Ihr Tier entspannt bleibt, lohnt es sich, ein paar Dinge zu wissen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Schermaschine zu welchem Tier passt, wie Sie Modelle mit einer einfachen 5-Punkte-Checkliste vergleichen und wie Sie mit dem richtigen Plattendruck Ihre Messer schonen.

Für welche Tiere gibt es spezielle Schermaschinen?

  • Pferde: Zu langes Winterfell lässt Pferde beim Training stark schwitzen und kostet Ausdauer. Gefährlich wird es, wenn ein verschwitztes Pferd in eine kalte Box kommt: Dann droht eine Erkältung. Geschorene Pferde trocknen schneller und fühlen sich sichtbar wohler. Passende Modelle finden Sie unter Schermaschinen für Pferde.
  • Rinder: Kommt die Kuh im Herbst mit Winterfell in den Stall, schwitzt sie. Die Schur hilft dagegen und beugt zusätzlich Parasiten und Pilzbefall vor. Zur Auswahl: Schermaschinen für Rinder.
  • Schafe und Ziegen: Schafe werden vor allem wegen der Wolle geschoren. Die Schur schützt sie im Sommer aber auch vor Wärmestau. Zur Auswahl: Schermaschinen für Schafe.
  • Alpakas und Lamas: Sie haben keinen natürlichen Fellwechsel. Das Fell verfilzt sonst und staut Wärme.
  • Hunde und Katzen: Bei langhaarigen Rassen entfernt die Schur verfilztes oder überschüssiges Fell. Rauhaarige Rassen werden dagegen getrimmt, nicht geschoren. Zur Auswahl: Schermaschinen für Kleintiere.
Heiniger XPLORER Akku Schermaschine für PferdeGRT X-PRO Schermaschine für RinderGRT X-MAX Schermaschine für SchafeAesculap Favorita II Kleintierschermaschine

Wie funktioniert eine Schermaschine?

Am Scherkopf sitzen zwei kammartige Messer. Das untere steht fest und hat abgerundete Spitzen, damit es ohne Verletzung über die Haut gleitet. Das obere bewegt sich schnell hin und her und schneidet die Haare zwischen den Zinken ab.

Angetrieben wird das obere Messer auf zwei Arten: per Elektromotor mit Exzenter oder per Schwingankerantrieb. Der Schwinganker ist sehr verschleißarm, läuft aber lauter und vibriert stärker. Die meisten Profi-Schermaschinen setzen deshalb auf den Exzenterantrieb, der etwas mehr Verschleiß hat, dafür aber ruhiger in der Hand liegt.

Welche Größen gibt es?

Grob gibt es zwei Breiten. Schermaschinen für die Körperschur sind am Scherkopf etwa 7 bis 8 cm breit. Für Detailbereiche wie Kopf, Schweif, Hufe oder Euter gibt es kleinere Maschinen und Trimmer mit 4 bis 5 cm Breite.

Kann ich Detailarbeiten mit einer großen Schermaschine machen?

Davon raten wir klar ab. Eine Körperschermaschine hat deutlich mehr Leistung, Gewicht und Vibration. Am Kopf oder an empfindlichen Stellen kann ein kleiner Fehler schmerzhafte Folgen für das Tier haben. Nutzen Sie für Details lieber einen Trimmer.

Schermaschinen vergleichen: die 5-Punkte-Checkliste

  1. Lautstärke: Je leiser, desto entspannter bleiben scheue Pferde und Hunde. Eine gute Körperschermaschine sollte unter 70 dB(A) liegen, das entspricht etwa einem Haartrockner. Schafschermaschinen sind bauartbedingt lauter und liegen meist zwischen 70 und 80 dB(A). Gute Akku-Trimmer schaffen unter 60 dB(A), das ist normale Zimmerlautstärke.
  2. Leistung: Je dichter das Fell, desto mehr Leistung brauchen Sie. Für Pferde und Schafe mit dichtem Fell sind 100 bis 200 Watt sinnvoll, große Profi-Maschinen haben oft über 250 Watt. Für Kleintiere reicht deutlich weniger: Die Aesculap Favorita II kommt mit 35 Watt aus und ist seit Jahren in Tierarztpraxen und Hundesalons im Dauereinsatz.
  3. Gewicht und Vibration: Eine Schur dauert. Nach einer halben Stunde liegt jede Maschine schwer in der Hand. Körperschermaschinen wiegen meist 1.100 bis 1.700 Gramm, Detailmaschinen 200 bis 600 Gramm.
  4. Kabel oder Akku: Akku-Schermaschinen für Pferde und Rinder schaffen heute eine komplette Körperschur, moderne Li-Ionen-Akkus laufen bis zu 80 Minuten. Modelle für 12-Volt-Batterien halten 4 bis 5 Stunden. Kabelmaschinen mit 230 Volt haben oft etwas mehr Leistung, sind aber im Stall und auf der Weide weniger beweglich. Entscheiden Sie nach Ihrem Einsatzort.
  5. Ersatzteile und Messer: Eine gute Schermaschine lässt sich mit anderen Scherköpfen und Messern erweitern. Genauso wichtig: Bekommen Sie Verschleißteile wie Kugellager, Stirnrad oder Kohlen nach? Bei Markenherstellern wie Aesculap und Heiniger ist das in der Regel kein Problem. So sparen Sie sich bei einem Defekt den Neukauf.

Welches Schermesser oder welcher Scherkopf passt?

Es gibt zwei Systeme: Beim Scherkopf (auch Snap-On) stecken Sie den kompletten Kopf mit Messern auf. Bei Scherplatten verschrauben Sie ein Set aus zwei Messern mit einem bestimmten Plattendruck am Maschinenkopf.

Die Faustregel: Je dichter und voller das Fell, desto gröber das Messer, also desto weniger Zähne. Für welche Tierart ein Messer gedacht ist, steht in der jeweiligen Artikelbeschreibung. Viele Messersätze passen auf mehrere Maschinen, oft auch herstellerübergreifend. Eine Übersicht finden Sie unter Schermesser, Aesculap Scherköpfe und Heiniger Scherköpfe.

Wie lange hält ein Schermessersatz?

Als Richtwert hält ein Messersatz etwa 10 komplette Schuren. Das hängt stark von der Stahlqualität und der Pflege ab. Viele Messer lassen sich nachschleifen. Lassen Sie das aber vom Profi machen: Die Messer haben einen speziellen Hohlschliff, und beim Selberschleifen bricht leicht ein Zahn ab. Das ist gefährlich für Tier und Scherer.

Pflege und das Geheimnis des richtigen Plattendrucks

Vor der Schur

  • Den Scherkopf ölen, meist gibt es dafür eine eigene Öffnung.
  • Spezielles Schermaschinenöl verwenden und möglichst immer dasselbe. Unterschiedliche Öle bilden unterschiedliche Schmierfilme, das kostet Lebensdauer.
  • Plattendruck prüfen. Das Geheimnis: Die Regulierschraube immer nur in Vierteldrehungen anziehen und nur so fest, dass sich die obere Schneidplatte mit mittlerem Druck noch von Hand bewegen lässt.

Während der Schur

  • Den Luftfilter nie zuhalten, sonst überhitzt die Maschine.
  • Die Messer dürfen nicht ziepen und nicht heiß werden. Sonst nachölen und den Plattendruck nachjustieren.

Nach der Schur

  • Den Kopf mit einem Pinsel reinigen.
  • Den Kopf erneut ölen.

Mit genug Schermaschinenöl vor, während und nach der Schur sind Sie schon gut unterwegs. Weitere Details stehen in den Handbüchern, die den Maschinen von Aesculap, Heiniger, Lister und Co. beiliegen.

Häufige Fragen

Welche Schermaschine ist die richtige für mein Pferd?

Für die Körperschur eine Maschine mit 7 bis 8 cm Scherkopf und ausreichend Leistung, bei dichtem Winterfell 100 Watt oder mehr. Wer im Stall flexibel sein will, greift zu einem Akku-Modell. Für Kopf und Beine lohnt sich zusätzlich ein Trimmer.

Wie oft muss ich die Schermaschine ölen?

Vor jeder Schur, zwischendurch sobald die Messer warm werden oder ziepen, und nach der Schur nach dem Reinigen.

Kann ich mit einer Pferdeschermaschine auch Schafe scheren?

Nur eingeschränkt. Schafwolle ist dichter und fettiger, dafür sind Schafschermaschinen mit eigenem Scherkopf gebaut. Für eine ordentliche Schafschur ist eine Schafschermaschine die bessere Wahl.

Alle Modelle finden Sie in unserer Kategorie Schermaschinen.

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